DER KOORDINATOR IN DER VERWALTUNG

Richard Kloes hielt in der Verwaltung den Daumen drauf

 

Im Gespräch mit der „Lokale Zeitung“ vor der 40-Jahrfeier in Mainz-Lerchenberg berichtete der damals 82-Jährige über seine Tätigkeit beim Entstehen unseres Stadtteils.

Zeitzeuge Richard Kloes, Foto: Helene Braun

Seit 1955 war der Liegenschaftsspezialist bei der Stadtverwaltung beschäftigt, als er 1964 zum Aufbau einer Koordinierungsstelle in der Verwaltung ausschließlich für die Errichtung des Lerchenbergs berufen wurde. „Wenn man heute ein Baugebiet erschließt, muss man nur an die vorhandenen Versorgungsleitungen und die Kanalisation anschließen, das alles mußte damals erst neu entstehen.“ In den wöchentlichen Abstimmungsgesprächen zwischen den Bauämtern und allen Versorgungsträgern wurden Festlegungen protokolliert, deren Umsetzung danach zu überwachen war. Da gab es sehr viele Interessen zu koordinieren. Säumige Stellen mussten erinnert werden. Neu für Mainz war die Errichtung eines Fernheizwerkes mit Anschluß aller Gebäude, die Versorgung aller Wohnhäuser mit einer Gemeinschafts-Antennenanlage sowie die Verlegung von zwei Kanalsystemen, eines für das Schmutzwasser und eines für das Regenwasser. Und diese Anlagen alle sollten neben Wasser-, Strom und Telefonleitungen in die vermessenen und vorbereiteten aber nicht endgültig fertiggestellten Straßen, die allerdings wieder vor Hochbaubeginn befahrbar sein mussten. Da gab es hohen Abstimmungsbedarf. Zufrieden blickte damals Richard Kloes auf seine vierjährige Koordinierungstätigkeit in der Verwaltung zurück. Viele Hindernisse seien zu überwinden gewesen, damit das Wohngebiet für rund 8000 Menschen in kürzester Zeit (in fünf Jahren) zu realisieren gewesen sei.

Zwei Autos in der Hebbelstrasse, Foto: Walter Hoffmann
Die Claims sind abgesteckt – Hebbelstrasse 1967, Foto: Walter Hoffmann

 

 

 

In der nächsten Folge berichtet der damalige 1. Bürgermeister und Liegenschaftsdezernent der Stadt, Dr. Josef Hofmann, warum und wie es überhaupt zur Errichtung eines neuen Stadtteils in Mainz kam.