Der Schutzmann

Polizeioberkommissar Harry Zeuner

Mit der Ansiedlung des ZDF auf dem damaligen Bretzenheimer Gemarkungsgebiet, nahe der Gewann „Lerchenberg“, war die Errichtung einer Feuerwehr- und einer Polizeistation in dessen Nähe gefordert. Die für das Polizeipräsidium Mainz neue Zuständigkeit wurde kurzerhand seinem Verkehrsunfalldienst übertragen. Sein damaliger Leiter, unser Vorstandsmitglied Polizeioberkommissar Harry Zeuner, erinnerte sich 2006 in einem Gespräch mit der „Lokale Zeitung“ und auch heute wie folgt:

„Bis zur Errichtung einer eigenen Polizeidienststelle in der Regerstraße durch das Land wurden Arbeitsplätze für zwei Polizeibeamten für Tagesdienststunden in der Baubaracke (an der Einfahrt Süd) geschaffen.“  Polizeipräsident Kaesehagen und Beigeordneter Karl Delorme eröffneten diese Polizeistation in Anwesenheit des Leiter Hauptmeister Binger am 13.11.1968. (Siehe „Lerchenberg Chronik“ Seite 94 mit Bild.)

Harry Zeuner bezog 1969 mit seiner Familie sein Eigenheim im Tizianweg.

Im Zuge von zwei Umorganisationen der Mainzer Polizei wurde der Verkehrsunfalldienst zuerst in das 5. Polizeirevier in Weisenau, Max-Hufschmidt-Straße eingegliedert und ist dann in der neuen Polizeiinspektion 3 auf dem Lerchenberg, Regerstraße 10, unter ihrem neuen Leiter Harry Zeuner, aufgegangen. Harry Zeuner weiter:

„Trotz sporadischer Kontrollen des Neubaus in der Regerstraße durch die Beamten musste eines Montagsmorgens von den Bauarbeitern festgestellt werden, dass einige Innenwände eingeschlagen waren. Die polizeilichen Ermittlungen ergaben, dass zwei halbwüchsige Jungen mit einem auf der Baustelle gefundenen Pickel die Wände eingerissen hatten. Ihrem Vater war das sehr peinlich und er entschuldigte sich für die zwei „Vandalen“, die übrigens später nicht mehr auffällig wurden und zum Leiter der Dienstelle dann ein gutes Verhältnis anstrebten. 1976 konnten wir in die neuen Diensträume einziehen, zusammen mit der Hundestaffel, die 1993, als ich in den Ruhestand ging, sich vom Lerchenberg verabschiedete.

Die Kriminalität indes beschränkte sich anfangs auf Waschbecken- und Ziegelklau. Als es beim Bau des ZDF gehäuft zu Diebstählen kam, setzten wir Beamten „undercover“ im ‚Blaumann‘ ein. Die Diebstähle gingen zurück.“

Foto Harry Zeuner: Helene Braun

 

In der nächsten Folge berichtet der erste Schulleiter auf dem Lerchenberg, Walter Lommel, von den Anfängen.


Grillnachmittag seit 44 Jahren

Mitzuhelfen, unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger im „Haus der Lebenshilfe“ in die Gesellschaft des Stadtteils zu integrieren, hatte sich vor 44 Jahren die CDU Frauengruppe Lerchenberg als Dauereinrichtung zum Ziel gesetzt und veranstaltet seit 1974 zwei bis drei gemeinsame Treffen pro Jahr. So fand nun gestern im 44. Jahr wieder unser gemeinsamer Grillnachmittag am Grillplatz auf dem SCL Gelände statt. Bei angenehmer Temperatur (ohne Regen) gab es ein fröhliches Wiedersehen mit alten Bekannten.

Appetitliche Grillwürste, Salate und Getränke gaben Anlass zu zwanglosen Gesprächen und lebendigem Zusammensein. Eine gemeinsame Singerunde mit Liedern (die einfache, sich wiederholende Refrains haben) aus dem vor vielen Jahren vom damaligen CDU Landesvorsitzenden Johannes Gerster herausgegebenen Heftchen „Lieder unserer Heimat“ ließen dieses Treffen wieder zu einem für unsere Besucher aus dem Haus der Lebenshilfe unvergesslichen Erlebnis werden.

In altbewährter Weise bedankte Gisela sich für die Gruppe bei den „CDU Frauen und Männern“ für die Einladung und betonte, dass wir im nächsten Jahr wieder kommen dürften.


Glückwunsch Herr Dr. Eicheler

Er ist bekannt und steht für viele Bewohner des Stadtteils für die hiesige CDU: Dr. Ulrich Eicheler, der Anfang Juni 90 Jahre alt wird. Seine berufliche Tätigkeit im rheinland-pfälzischen Wirtschaftsministerium von 1962 bis 1991 führte ihn mit seiner Frau Inge und den beiden Kindern auf den Lerchenberg. Hier ist Dr. Eicheler aus dem politischen und gesellschaftlichen Leben des Stadtteils nicht wegzudenken.

Seit der Einsetzung des sogenannten „Gemeindeausschusses Mainz-Lerchenberg“ durch den Stadtrat, 1968 bis zur Wahl des ersten Ortsbeirats, ist er nunmehr fast 50 Jahre in Gremien mit Ideen und Aktivitäten für den Stadtteil und als Vorsitzender, Beisitzer und heute als Ehrenvorsitzender für die CDU Lerchenberg tätig.

Der Ortsbeirat verlieh ihm für seine besonderen Verdienste um den Stadtteil die „Goldene Lerche“. Für seine darüber hinaus erworbenen Verdienste in Politik, Gesellschaft, Vereinen und in der katholischen Kirche wurden ihm die „Verdienstmedaille des Landes Rheinland-Pfalz“ sowie die „Konrad Adenauer Medaille“ verliehen.

Auch die CDU-Lerchenberg gratuliert für seine Verdienste und wünscht weiterhin alles Gute und Gesundheit für die nächsten Jahre.


Keine Post für den Lerchenberg

Die Postfiliale im Hotel auf dem Lerchenberg schließt Ende Juni. Bereits im März ist dies bekannt geworden und seit einiger Zeit verkündet der Aushang am Eingang zum Hotel von geänderten Öffnungszeiten bis zur Schließung. Es ist klar, dass der Lerchenberg eine neue Postfiliale braucht, die alle Postdienste zu guten und vernünftigen Öffnungszeiten anbietet. Gerade vor dem Hintergrund eines Stadtteils mit sehr hohem Altersdurchschnitt liegt dies auf der Hand. Tatsächlich ist es aber schwer an verlässliche Informationen zu einer zukünftigen Lösung auf dem Lerchenberg zu kommen. Die CDU hat im Ortsbeirat bereits nachgefragt, aber wie immer von der Stadt nur unzureichende Antworten bekommen. Wir kennen dies von anderen Anfragen und wir haben nicht das Gefühl, dass die Anliegen des Ortsbeirates ernst genommen werden. Auch die Post scheint hier eher eine Hinhaltetaktik zu verfolgen. Wie in der Samstagsausgabe der AZ zu lesen war bereitet die Post derzeit einen Notbetrieb vor. Was dies hinsichtlich Öffnungszeiten für die Lerchenberger bedeutet kann sich jeder selber ausmalen. Auch die AZ hat schon jetzt festgestellt, dass die Aussagen der Stadt aus dem Wirtschaftsdezernat und die Mitteilungen der Post nur schwerlich zusammenpassen. Eine ähnliche Situation haben wir derzeit mit unserem Bürgerhaus, auch hier bringt die Stadt immer wieder andere Gründe für den Zeitverzug vor, wirklich nachvollziehbar sind diese nicht. Über die Sanierung des Einkaufszentrum brauchen wir da noch gar nicht sprechen. Wann fängt die Stadtverwaltung an sich für die Lerchenberger zu engagieren?


Der Vater des Lerchenbergs

Dr. Josef Hofmann

Im Gespräch mit der „Lokale Zeitung“ vor der 40-Jahrfeier in Mainz-Lerchenberg berichtete der damals 80-Jährige über die Entstehung unseres Stadtteils. Die Redakteurin, Helene Braun, beschrieb dies in der Westausgabe im Mai 2006 wie folgt:
„Er gilt als der geistige Vater des Lerchenbergs . Selbst sagt Dr. Josef Hofmann: „Ich habe den Lerchenberg erfunden. Für mich ist der Stadtteil 1961 geboren worden.“ Dr. Hofmann bekleidete über Jahrzehnte viele hochrangige Funktionen, war Abgeordneter des Deutschen Bundestages, Präsident der Kammer der Gemeinden des Europarates und ist Ehrenmitglied des Kongresses der Gemeinden und Regionen des Europarates.

Das Foto wurde von Stephan Dinges aufgenommen.

Als Bürgermeister 1961 gewählt , erhielt er die Zuständigkeit für die Finanzen und Liegenschaften der Stadt Mainz. Die Wohnungsnot brachte den promovierten Rechtsanwalt auf die Idee, einen neuen Stadtteil geistig zu konzipieren und durchzusetzen. Viele Stunden verbrachte er damit, mit seinen Mitarbeitern nach Grundstücken zu suchen. Aber, so Dr. Hofmann, wenn es wirklich Abhilfe geben sollte, musste es ein größeres Areal mit vielen Hektar Land sein, das es in der städtischen Gemarkung nicht gab. Die CDU beantragte, eine Jubiläumssiedlung zur 2000-Jahr-Feier der Stadt einem 500.000 D-Mark teuren Festumzug
vorzuziehen – und zwar in Bretzenheim mit 200 bis 250 Häusern.
„Ich war mit dieser Größenordnung nicht zufrieden“, so Hofmann. „Ich hielt es für erforderlich, Wohnungen für viele Tausende zu bauen.“ So habe er Bezirksregierung und Landrat vorgeschlagen, Teile des Geländes aus dem Landkreis und aus den Gemeinden Ober-Olm und Drais auszugemarken, um
Wohnraum für 20.000 Menschen in einem geschlossenen Siedlungsgebiet als Demonstrativbauprogramm zu ermöglichen. Dieses Vorhaben wurde im Stadtrat beschlossen.
Nun tat sich die Frage auf: Wie sollte das Vorhaben bezahlt werden? „Im Oktober kam mir der rettende Gedanke, dass wir uns zur 2000-Jahr-Feier
das Gelände im Ober-Olmer Wald vom Land schenken lassen könnten.“ Dabei seien die Akteure so geschickt vorgegangen, dass Ministerpräsident Peter Altmeier schließlich überzeugt gewesen sei, die Schenkung sei ein originärer Gedanke der Landesregierung.
Dann habe sich das Verwaltungsmäßige vollzogen: Die Ausgemarkungen wurden vorgenommen, im Dezember 1961 beschloss der Bauausschuss den Sädtebaulichen Wettbewerb, das Demonstrativbauvorhaben lief an. Einen entscheidenden Rückschlag hinsichtlich der Größe musste Dr. Hofmann dann doch
hinnehmen, als die Frage der Ansiedlung des ZDF geklärt werden musste. Die Jubiläumssiedlung war mittlerweile auf 15.000 Bewohner ausgelegt worden.“
Anmerkung der CDU Lerchenberg:
Die höchste Bevölkerungszahl in Mainz-Lerchenberg lag unter 8.000 Personen.
In der nächsten Folge berichtet der damals leitende Polizeibeamte, unser Vorstandsmitglied Harry Zeuner, von seinen Erlebnissen am Anfang auf dem Lerchenberg.