STROHSCHEINS MACHTEN DEN ANFANG

Hohe Wohnqualität und gute Verkehrsverbindungen zur Stadt

Foto:  Klaus Benz
Oberbürgermeister Jockel Fuchs begrüßte mit einem Blumenstrauß am 15. September 1967 das Ehepaar Franziska und Konrad Strohschein zum Einzug in ihr neues Eigenheim im Kafkaweg. Dabei sind (von links) der Finanzdezernent der Stadt, Dr. Josef Hofmann, der Sozialdezernent, Karl Delorme und der Baudezernent, Dr. Ing. Hans Jacobi. Foto: Klaus Benz

 

Neun weitere Häuser waren bis zum 1. Oktober bezugsfertig.

 

Zum 25jährigen Bestehen des Lerchenbergs antworteten uns Strohscheins auf unsere Frage, was ihnen an unserem Wohngebiet besonders gefällt (siehe Lerchenberg Extra, Dez. 1992): “Wir finden die Kombination von Ruhe, Natur und Stadt, mit ihren vielfältigen kulturellen Angeboten als ideal. Auch die besonders gute Anbindung des Lerchenbergs an die Innenstadt mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist äußerst angenehm“.

 

Dem haben wir nichts hinzuzufügen!

 

Zum 40jährigen Bestehen des Lerchenbergs berichtete „Die Lokale Zeitung“ über die Anfänge der Besiedlung unseres Stadtteils. In einer Serie mit sieben Folgen schilderten Menschen der ersten Stunden Ihre Erlebnisse.  Zuerst kamen Franziska und Konrad Strohschein zu Wort.

 

Die Mansardenwohnung in der Boppstraße war ihnen zu eng geworden. Da machte Schwager Karl Roth, damals Leiter der MAG, auf eine Gelegenheit aufmerksam: „Du Fanni, der Lerchenberg wäre die Lösung für Euch.“ Nicht zu teuer sollte es sein, dennoch groß genug für eine Familie. Für 100.000 Mark Grundpreis erstand das Ehepaar dann das Haus im Kafkaweg. „Wenn ich das mit den heutigen Reihenhäusern vergleiche, haben wir sehr viel Platz“, freut sich Franziska Strohschein noch heute über den Kauf. Nach und nach kamen weitere junge Familien hinzu, mindestens 45 Kinder spielten um die wenigen Häuser. Ansonsten hatten die Bagger die Vorherrschaft. „Ohne Gummistiefel hat sich niemand aus dem Haus gewagt“, lacht die frühere Sekretärin, „ja, und gewaschen haben wir viel“. Denn der Sohn brachte immer eine Menge Dreck und Schlamm mit. An die Bezeichnung „Monte Schlambes“ erinnern sich die Strohscheins noch gut. Baufahrzeuge fuhren den Lehmgrund aus dem Gelände heraus, die Einkaufsmöglichkeiten waren gleich Null, der Gottesdienst wurde in einem der Häuser gehalten. Konrad Strohschein sagt: „Wir waren alle junge Familien und in etwa finanziell auf dem gleichen Level. “Das und die Tatsache, dass einer auf den anderen angewiesen war, haben den Zusammenhalt enorm gestärkt. „Hast Du mal `‘ne Tasse Mehl“, lautete eine oft gestellte Frage an den Nachbarn. Lebensmittel konnte man sich liefern lassen, aber das war’s dann auch. „Das Soziale war hier ganz groß“, erzählt Strohschein, der Chemielaborant im Wiesbadener Kraftwerk war“. Aber alles war kahl und leer, ein bisschen trostlos schon. Die ersten Jahre mussten sie viele Abstriche machen: Die Erstklässler fuhren in die Stadt zur Schule, der Boden im Garten war nicht zu gebrauchen und das kulturelle Angebot nicht vorhanden. Die Kinder sind mittlerweile fortgezogen, aber der harte Kern ist geblieben und der Zusammenhalt auch.

 

In der nächsten Folge erinnerte sich der Koordinator für die Jubiläumssiedlung in der Stadtverwaltung, Richard Kloes, an die Verwaltungsanstrengungen zur Realisierung des Bauprojektes.